Business Transformation Change Management

In 5 Phasen zum „Neuen Normal“

Vom Schock zum "Neuen Normal": Die Rückkehr in einen Regelbetrieb verläuft in Phasen. Ein Zurück in die Arbeitswelt vor Corona wird es aber nicht geben.

Photo: Hello I'm Nik on Unsplash
Photo: Hello I'm Nik on Unsplash

Der Schock – und dann?

Corona hat Unternehmen vor enorme, in dieser Massivität ungekannte Herausforderungen gestellt: Von heute auf morgen ins Homeoffice, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, geschlossene Geschäfte und Produktionsstätten, Absatzmärkte, die über Nacht wegbrechen. Viele Unternehmen haben mit Kurzarbeit, dem Umbau ihrer Schichtsysteme, Kosteneinsparungen und dem Stopp vieler Zukunftsinitiativen reagiert, Förder- und Hilfsgelder des Staates genutzt. Mit dem einen Ziel: Ihr Überleben zu sichern.  

Die Pandemie und der Kampf gegen die Ausbreitung des Virus verlaufen in Phasen.

Die erste Schockwelle, die Corona angestoßen hat, scheint mittlerweile bei vielen Unternehmen auszulaufen. Viele Geschäfte haben wieder geöffnet, selbst der Tourismus startet, wenn auch auf kleiner Flamme. Alles mit Abstand und Nase-Mund-Schutz und in regional unterschiedlichem Tempo, aber immerhin. 

Szenarien für eine neue Arbeitswelt
Die Studie "Wir nach Corona. Szenarien für eine neue Arbeitswelt" von Haufe zeigt, dass Unternehmen mehrheitlich damit rechnen, spätestens ab Anfang 2021 wieder zu wachsen. Wachstumstreiber sind Digitalisierung, Investitionen in Mitarbeiter und Organisation. Und verstärkte Marketing- und Sales-Aktivitäten.
Hier können Sie die Studie downloaden.

Aber so wenig der Krankheitserreger Corona schon gebannt ist, so wenig ist die wirtschaftliche Ausnahmesituation vorbei. Ob es zu Arbeitsplatzabbau im großen Umfang kommt, ist noch nicht absehbar, wie sich Unternehmen und ganze Branchen entwickeln, noch unklar.  

"Nach der Krise ist nicht vor der Krise"

Eines aber zeichnet sich ab: Die Pandemie und der Kampf gegen die Ausbreitung des Virus verlaufen in Phasen. Haufe hat für diese Phasen ein Modell entwickelt. Am Anfang steht der beschriebene Schock, der Stillstand und der Versuch der Unternehmen, ihr Überleben zu sichern. Danach beginnt der Exit, die Rückkehr aus dem Lockdown. Aber: “Nach der Krise ist nicht vor der Krise”, wie Christof Horn vor einigen Wochen im New Management Talk bereits festgestellt hat. Es wird Veränderungen geben. Die Erfahrungen mit Remote Work und virtueller Zusammenarbeit haben gezeigt, dass Unternehmen Prozesse anders gestalten können, effektiver und auch effizienter. Lieferketten und Logistik kommen auf den Prüfstand. Kurz: Die Unternehmen beginnen, auf Basis dieser Erfahrungen und harter Fakten, ihre Szenarien für die kommenden Jahre zu zeichnen. Diese Phase nennt das Modell “Modellieren”.  

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Vom Überlebenskampf zur neuen Arbeitswelt: Die fünf Phasen der Krisenbewältigung.

 

Wirtschaft und Gesellschaft sind gerade dabei, eine Art Normal- oder Regelbetrieb wiederherzustellen. MitarbeiterInnen kehren in die Büros und Fabriken zurück, Schicht- und Pausensysteme werden an die neuen Arbeitsschutzanforderungen angepasst, für viele endet die Kurzarbeit. Gleichzeitig geht es darum, die Erfahrungen der vergangenen Monate zu analysieren und für den neuen Arbeitsalltag nutzbar zu machen. Diese Rückkehr-Phase überschneidet sich teilweise mit dem Modellieren, das Malen von Zukunftsszenarien läuft parallel. Und bereitet die Stabilisierung vor, die vierte Phase. 

Die neue Arbeitswelt: Anpassen und stabilisieren, anpassen und stabilisieren ...

Sie ist gekennzeichnet davon, die Learnings zu verwerten. Unternehmen passen ihre Lieferketten an die neuen Erfordernisse an. Es geht darum, erkannte Schwachstellen im System auszubessern und Szenarien und die (neu erarbeitete) Strategie umzusetzen. Im Kern bedeutet dies: Unternehmen bauen eine neue Arbeitswelt. Corona hat gezeigt, dass Digitalisierung, Führung, Unternehmenskultur und vor allem die Menschen in den Unternehmen die entscheidenden Felder sind, auf denen sich die Zukunftsfähigkeit entscheidet. Entsprechend gilt es, diese Felder und die nötigen Veränderungen aktiv anzugehen. Und die neue Arbeitswelt zu gestalten.

 

Dabei ist klar: Auf diesem Weg wird es immer wieder neue Herausforderungen und Rückschläge geben. Die VUCA-Welt, über die wir vor Corona so intensiv debattiert haben, ist ja nicht verschwunden, im Gegenteil. Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Vieldeutigkeit bleiben bestehen. Corona hat das eher noch verstärkt. Deshalb gilt für die neue Arbeitswelt, dass Unternehmen sich, ihre Strategie, die Strukturen und Geschäftsmodelle immer wieder anpassen und stabilisieren, anpassen und stabilisieren. Das ist wohl das Neue Normal, von dem im Moment so viel die Rede ist. 

Die konkreten Schritte in den einzelnen Phasen und Handlungsempfehlungen sind Thema meines nächsten Beitrags in der kommenden Woche.