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Back to normal: 5 Dinge, auf die es jetzt ankommt

Die Schockphase mit Beginn des Lockdown ist vorbei, nun hat die Phase des „Modellierens“ begonnen. Unternehmen richten ihr Handeln neu aus und bereiten den sogenannten Rebound vor. 5 Punkte sind jetzt besonders wichtig.

Jetzt geht es darum, sich auf den Rebound vorzubereiten. Photo by Markus Spiske on Unsplash
Jetzt geht es darum, sich auf den Rebound vorzubereiten. Photo by Markus Spiske on Unsplash

Fünf Phasen der Rückkehr

Corona: Das akute Krisenmanagement und der Weg zurück zu einer neuen Normalität, zu neuem Wachstum und Unternehmenserfolg erfolgen in Phasen. Wir haben bei Haufe fünf Phasen identifiziert, in denen sich dieser Prozess vollzieht – vom unmittelbaren Schock bis hin zum Alltag in einer neuen Arbeitswelt (siehe meinen Beitrag „In 5 Phasen zum ,Neuen Normal’“).

Studie
Die Studie "Wir nach Corona. Szenarien für eine neue Arbeitswelt" von Haufe zeigt, dass Unternehmen mehrheitlich damit rechnen, spätestens ab Anfang 2021 wieder zu wachsen. Vor allem dank Investitionen in Digitalisierung und MitarbeiterInnen.
Zum Download der Studie

Die Schockphase unmittelbar mit Beginn des Lockdown ist nun vorbei, mit den Öffnungen und Lockerungen hat die Phase des „Modellierens“ begonnen. Unternehmen richten ihr Handeln neu aus, auf Basis der Erfahrungen, die sie in den vergangenen Wochen gemacht haben. Für mich sind das vor allem diese fünf:

  1. Tradierte Silos abbauen
  2. Digitalisierung von Geschäftsmodellen forcieren
  3. Fokus auf Kunden und Märkte
  4. Innovationen treiben
  5. Interne Strukturen umbauen

Intern umbauen 

Tradierte Silos abbauen

Team- und bereichsübergreifende Arbeit ist möglich. Wir haben in den letzten Monaten gesehen, wie Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen gemeinsam daran gearbeitet haben, das Beste für die Kunden zu erreichen. In vielen Fällen haben Menschen miteinander an Corona-bedingten Projekten gearbeitet, die das davor nicht oder nicht so intensiv getan haben. Mit Erfolg. Es geht auch gar nicht anders. Märkte und Kundenverhalten ändern sich so stark und so schnell, dass wir über die Tellerränder unserer jeweiligen Aufgaben schauen müssen. Alles ist möglich, wenn wir uns auf den Kunden fokussieren. Wann, wenn nicht jetzt ist der Moment, um Silos wirklich einzureißen?

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Nach dem Schock kommt das Modellieren: Unternehmen richten sich neu aus.  Grafik: Haufe

Digitalisierung von Geschäftsmodellen

Die Digitalisierung von Geschäftsmodellen wird weiterhin Schub bekommen. Unternehmen eröffnen neue, digitale Vertriebswege. Unternehmen bieten ihre digitalen Services nicht mehr on premise an, sondern als Abo in der Cloud. Sie verkaufen Kunden kleine Mengen von Spezialschrauben nicht mehr als fertiges Produkt, sondern als File. Und Kunden stellen sie dann mit einem 3 D-Drucker selber her. Die Möglichkeiten sind unendlich. Das sehen auch die die Unternehmen so, wie unsere Studie “Wir nach Corona” zeigt: 49 Prozent der befragten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sagen, dass sie in den kommenden Monaten verstärkt in die Digitalisierung ihrer Prozesse und Angebote investieren wollen. Auch, um für kommende Krisen besser gerüstet zu sein.

Nah an den KundInnen

Fokus auf Märkte und Kunden

Innovative Unternehmen richten ihren Blick auf ihre Kunden und deren Bedürfnisse. Denn wer diese am besten kennt, kann sie am besten bedienen. Und gewinnt. Das ist schon immer wahr, während des Lockdown hat es sich aber besonders deutlich gezeigt. Die Antwort auf die Herausforderungen einer schnell drehenden Welt der Veränderung lautet Customer Centricity. Nah an den Kunden und gemeinsam mit ihnen Produkte und Services (weiter)entwickeln ist der entscheidende Erfolgsfaktor. Das ist auch eine Haltungsfrage, wie stark Menschen in Unternehmen von den Kunden her denken, bei allem, das sie tun.  

Innovationen fördern

Krisenmanagement ist immer Kostenmanagement. Aber Liquiditätssicherung darf nicht bedeuten, blind alle Investitionen in Zukunftsthemen zu stoppen. Es geht vielmehr darum, jetzt klug und mit Augenmaß, aber dennoch beherzt Geld und Ressourcen in neue Projekte zu stecken. Um neue Geschäftsfelder zu erschließen, Geschäftsmodelle zu optimieren, bestehende Produkte auf ein neues Level zu heben. Das geht dauerhaft nur in einer Kultur, die Lust auf Neues fördert, den Mut, Neues zu probieren, unterstützt und die Menschen befähigt, beides zu tun. Auch deshalb geben über 40 Prozent der Befragten in unserer Studie an, in Menschen und ihre Organisationen investieren zu wollen.

Interne Strukturen umbauen

Der Lockdown hat gezeigt, dass eben doch vieles scheinbar Unmögliche machbar ist. Remote Work, Ad-hoc-Teams, die selbstorganisiert und in virtueller Zusammenarbeit Produkte und Projekte vorantreiben, standort- und länderübergreifender Wissensaustausch auf neu geschaffenen Plattformen – der Beispiele gibt es viele. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir wieder so arbeiten wir früher” meinte Colette Rückert-Hennen, Personalvorständin bei EnBW, im New Management Talk. Unternehmen sind aufgerufen, jetzt genau zu prüfen, was sie von den Prozessen und Arbeitsweisen vor Corona beibehalten wollen. Und was von dem, das sie jetzt gelernt haben, bewahrt werden soll. Passen die tradierten Strukturen noch in die neue Welt?  Wenn nicht, dann ist jetzt der Moment, sie zu verändern.