Business Transformation Digitalisierung

Aufbruch statt Zusammenbruch

Kommentar Corona stellt uns vor enorme Herausforderungen. Wir müssen die Krise managen, mit dem klassischen Instrumentarium. Vor allem aber gilt es jetzt, die Zeit nach der Krise vorzubereiten.

Jetzt geht es um Krisenmanagement. Aber nicht auf Kosten der Zukunft.
Jetzt geht es um Krisenmanagement. Aber nicht auf Kosten der Zukunft.

Von 100 auf null und zurück

Deutschland, Europa – die ganze Welt ist im Krisenmodus. Corona hat innerhalb weniger Wochen unser Leben radikal verändert. Messen, Konferenzen, Konzerte werden abgesagt, die Tourismus- und Luftfahrtbranche stehen vor enormen Herausforderungen, weil im Moment niemand mehr verreist und dies auf nicht absehbare Zeit so bleiben wird. Länder machen die Grenzen dicht, gleichzeitig unterbricht das Virus globale Lieferketten oder behindert sie zumindest massiv. Und mit Covid-19 kommt ein zweiter Virus über und zwischen uns: Angst. Angst vor Ansteckung, Angst vor Krankheit, aber auch Angst vor einer Rezession und einer großen, weltweiten Wirtschaftskrise. 

Führung und Orientierung

Doch Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Vor allem und erst recht in Krisenzeiten. Wir brauchen Orientierung an den Fakten, Besonnenheit und tatsachenbasierte Entscheidungen. Und wir brauchen Mut und Zuversicht für das, was noch kommt und von dem wir noch nicht wissen, was es sein wird. Es geht um Führung. Führung, die Orientierung gibt. Das gilt für die Politik, für Medien – und für Unternehmen. Corona stellt viele Businesspläne in Frage oder wirft sie komplett über den Haufen. Aktionismus wird nicht helfen, es kommt auf kluges, besonnenes Handeln an.

Wir brauchen Orientierung an den Fakten, Besonnenheit und tatsachenbasierte Entscheidungen. Und wir brauchen Mut und Zuversicht für das, was noch kommt, von dem wir nicht wissen, was es sein wird.

Natürlich: Jetzt müssen Unternehmen ihre Kosten prüfen. Wenn Umsatzeinbußen drohen oder bereits eintreten, kann es ein planmäßiges Weiter so nicht geben. Unternehmen müssen sehr genau schauen, wo Einsparungen möglich sind, und diese Einsparungen dann auch umsetzen. Aber der alleinige Blick auf die Kosten ist riskant, denn er gefährdet die Zukunft – wenn er dazu führt, dass wir Innovationen und Investitionen in die Zukunft aus dem Auge verlieren.

Wir können agil. Wir können digital!

Es geht in den kommenden Wochen und Monaten darum, das bestehende Geschäft so erfolgreich wie irgend möglich durch die Krise zu bringen: mit Kostenprogrammen, mit Effizienzinitiativen, mit dem „klassischen“ Instrumentarium. Doch gleichzeitig geht es darum, an Innovationen und einer Innovationskultur im Unternehmen zu arbeiten.

Deutschland kann agil, Deutschland kann innovativ. Deutschland kann sogar digital!

Und da sehen wir im Moment viele Beispiele, die Hoffnung machen. Unternehmen, die von ihren Strukturen her nicht darauf vorbereitet sind, mit Telearbeit und Homeoffice umzugehen, machen alles möglich, um es doch umzusetzen. Weil ihre MitarbeiterInnen zu Hause Kinder hüten müssen, denn Kitas und Schulen werden geschlossen. Andere Unternehmen finden andere Lösungen. Das alles geht schnell und flexibel. Einfach mal etwas ausprobieren, weil die Lage es verlangt: Deutschland kann agil, Deutschland kann innovativ. Deutschland kann sogar digital!

Dinge neu denken

Diese Erfahrung ist eine große Chance: „Innovation everywhere“ muss unsere Antwort auf die aktuellen Herausforderungen sein. Lasst uns die Situation nutzen, Dinge neu zu denken. Weil wir jetzt dazu gezwungen sind. Weil wir jetzt – bei allem Krisenmanagement, das unabdingbar ist – den Grundstein legen für die Zeit nach der Krise. Die Berater von BCG prognostizieren einen V-Verlauf der Krise: ein brutaler Absturz, gefolgt von einem ebenso rapiden Aufstieg nach ganz kurzer Talsohle. Es geht jetzt darum, diesen Aufstieg vorzubereiten. 

Lassen Sie uns als Führungskräfte Vorbild sein – und das enorme Potenzial nutzen, das in den Köpfen all unserer Kolleginnen und Kollegen sitzt.

Die Menschen sehen im Moment, wozu sie und ihre Unternehmen in der Lage sind. Wir können, wir müssen das nutzen, um trotz Krise eine positive Haltung zu entwickeln. Kosten senken, aber nicht Personal entlassen, das man nach der Krise wieder brauchen wird – dringender denn je. Kosten senken, aber in die digitalen Collaboration Tools investieren, die neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Kosten senken, aber Innovationsinvestitionen nicht auf null fahren. 

Lassen Sie uns als Führungskräfte Vorbild sein – und das enorme Potenzial nutzen, das in den Köpfen all unserer Kolleginnen und Kollegen sitzt. Das zeigen gerade diese Tage. Dann sind wir bereit für den Aufstieg nach dem Absturz. Aufbruch statt Zusammenbruch.