Podcast ErfolgsgeDANKE

#21 Verena Pausder, Unternehmerin, Über Digitale Bildung

Podcast Wie erfinden wir „Das Neue Land“ und wie fangen wir an, uns für die Zukunft aufzustellen? Verena Pausder spricht in dieser Folge des #ErfolgsgeDANKE-Podcasts darüber, wie wichtig das richtige Mindset für Veränderungen ist, warum wir lernen müssen loszulassen und weshalb die digitale Bildung in Deutschland mit einem Butterbrot vergleichbar ist.

Verena Pausder ist eine Macherin. Sie gründete nicht nur Fox & Sheep und die Haba Digitalwerkstatt, um Grundschulkindern altersgerecht den Zugang zu Robotik und Programmieren zu ermöglichen, sie ist unter anderem auch Initiatorin von #stayonboard und des Hackathons wirfuerschule.de. Außerdem ist Verena Pausder Vorständin des Vereins Digitale Bildung für Alle.

Machen statt meckern.

Wer sich mit der Biografie der Unternehmerin auseinandersetzt, merkt schnell, wie sehr ihr digitale Bildung am Herzen liegt. Auch in ihrem neuen Buch „Das Neue Land“ behandelt die Autorin dieses Thema und bezieht es dabei auf die Corona-Pandemie. Verena Pausder findet, dass digitale Bildung gerade jetzt energetisiert worden sei. Corona habe sie zwar – genau wie alle Eltern – kalt erwischt und die über den Sommer ausgearbeiteten Hygienekonzepte seien nicht ausreichend, allerdings beschäftigten wir uns so zumindest weiter mit dem Thema. „Auf diese Weise“, führt Verena Pausder aus, „würde mehr Energie darin investiert werden, Hürden abzubauen.“

Doch nicht nur die Corona-Pandemie hält die digitale Bildung in Schach, auch der Föderalismus erschwert eine einheitliche Bildungspolitik und Chancengleichheit. Exemplarisch kann man dafür die Schulcloud betrachten. Beinahe jedes Land hat ein eigenes Software-Ökosystem entwickeln lassen, mit dem Schüler:innen und Lehrer:innen tagtäglich interagieren.

Dabei geht es nicht nur um eine Art „Dropbox“, sondern um kollaboratives Arbeiten und stabile Videokonferenzen. Schlussendlich funktioniert keine der entwickelten Clouds wirklich gut. Entweder kollabierten die Server oder die Bedienoberfläche sehe aus, wie in den 80ern. Das hat nichts mehr mit dem Grundgedanken des Föderalismus, kulturelle Vielfalt zu wahren, zu tun. „Schließlich haben wir den Buchdruck auch nicht 16 mal erfunden. Bei der Schulcloud geht es darum, erstmal eine Basis zu schaffen“, meint Verena Pausder.

„Wir ernten die Vergangenheit und pflanzen zu wenig Zukunft“

Doch in der Bevölkerung erkennt Verena Pausder noch viele Vorbehalte gegenüber den digitalen Lösungen. „Wir müssen einen besseren Job darin machen zu erklären, was jede:r Einzelne von der Digitalisierung hat“, macht Verena Pausder deutlich. Es sei der Sache nicht dienlich, wenn das Narrativ lautet, dass KI und Roboter in Zukunft unsere Jobs übernehmen werden. Wenn solche Horrorszenarien geframet werden, sei es kein Wunder, dass dies Hürden aufbaute. „Man muss sich mal vor Augen führen, dass alles seinen Schrecken verliert, wenn man darauf zurückblickt“, erklärt die Bildungs-Aktivistin.

Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es wichtig, ein Mindset zu entwickeln, das uns Veränderungen wollen lässt. Wir müssten viele kleine Pflänzchen pflanzen und schauen, welches davon zu einem Baum wird und welches wir vielleicht vertrocknen lassen, weil es nicht zu uns passt. Verena Pausder sagt: „Bisher stehen wir vor einer grünen Wiese, haben eine Picknick-Decke ausgebreitet und sagen, wie schön es hier doch ist, aber wir pflanzen nichts – wir ernten nur.“

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Website von #stayonboard

Zum Buch „Das Neue Land“