New Work Organisationsentwicklung

Ein Hoch auf Quertreiber und Andersdenker

Sechs Wochen, 37 Beiträge und viele kontroverse Ansichten zum Thema Organisationsrebellen – unsere Blogparade liefert wertvolle Erkenntnisse, wie Wandel von innen heraus erleichtert werden kann. Alle Beiträge haben wir in einem E-Book zusammengefasst und die wichtigsten Erkenntnisse hier aufbereitet.

Organisationsrebellen treiben den Wandel von innen heraus.
Organisationsrebellen treiben den Wandel von innen heraus.

Was können Führungskräfte für Organisationsrebellen tun?

Organisationsrebellen sind keine Solitäre, die losgelöst von der Organisation wirken. Sie sind vielmehr Bestandteil eines Unternehmens, eingebunden in dessen Strukturen und Hierarchien. Führungskräften von Organisationsrebellen kommt also eine besondere Rolle zu: Sie können sie aktiv unterstützen oder sie demoralisieren und dadurch in die Resignation treiben. Doch wie sieht gute Führung von Querdenkern und Quertreibern aus? Dies sind die Führungs-Tipps für Organisationsrebellen von den Autoren unserer Blogparade:

Organisationsrebellen
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  • Nehmen Sie sich das Hofnarren-Prinzip zu Herzen: Fördern Sie Organisationsrebellen und gestatten Sie ihnen, Bruchstellen offen zu legen. So zeigen Sie Bereitschaft für Veränderung.
  • Führen Sie Ihre Mitarbeiter wie Rebellen! Geben Sie ihnen Stabilität und Sicherheit, aber gleichzeitig auch Raum für Mut, Fehler und Freiheit.
  • Fördern Sie eine Kultur, in der Vielfalt und Dissens gedeihen darf.
  • Denken Sie weniger über Revolution und mehr über Evolution nach. Fragen Sie sich “Was kann weg? Was brauchen wir, um besser zu werden?“

Die Lösung liegt in der Öffnung von Hierarchien und in der Beseitigung von Kommunikationsblockaden, damit sinnvolle Zusammenarbeit im Netzwerk möglich wird.

Eine kritische Betrachtung der Organisationsrebellen

Einige Beiträge der Blogparade übten konstruktive Kritik an den „Organisationsrebellen“:

  • Organisationsrebellen sind nur ein Symptom des eigentlichen Problems

Für die in Unternehmen oft herrschenden immensen Silos, die Kommunikation blockieren, sind Organisationsrebellen eine starke Bedrohung. Weshalb viele Rebellen auch ein Dasein in der Schattenorganisation eines Unternehmens fristen. Daher kommen einige Autoren zu dem

Schluss, dass Organisationsrebellen nur ein weiteres Artefakt einer dysfunktionalen Unternehmensorganisation sind. Die Lösung liegt also in der Öffnung von Hierarchien und damit der Beseitigung von Kommunikationsblockaden, um sinnvolle Zusammenarbeit im Netzwerk zu ermöglichen.

  • Organisationsrebellen – nur ein weiteres Label

Der Organisationsrebell ist eine weitere Neuschaffung der Labellingkultur. Das Problem dabei: Niemand weiß, was hinter den Labels wie Agilität, New Work oder eben Organisationsrebellen genau steht. Deswegen wollen wir nicht über den Begriff diskutieren, sondern über das, worum es wirklich geht: Die Veränderung selbst in die Hand zu nehmen und auch mal gegen den Strom zu schwimmen.

  • Es braucht keine Organisationsrebellen, sondern losgelöste Rebellenteams

Organisationsrebellen erinnern eher an eine organisatorische Auslaufzone, innerhalb der „man mal gucken kann, was sich bei einer Rebellion so ergibt“. Das hat mehr mit einer Arbeitswelt-Homöopathie zu tun, an deren Wirkung man glauben kann oder auch nicht. Daher brauchen wir keine Rebellen in der Organisation, sondern Rebellen für die Organisation: Einzelne oder Teams, die nicht nur die Freiheit haben, Dinge anders zu denken und auszuarbeiten, sondern die losgelöst von der bestehenden Organisation sind. Denn eine Befehl- und Gehorsamskette darf es für Organisationsrebellen nicht geben.

Behaltet stets im Kopf: Wandel ist nicht immer die Lösung.
Joachim Rotzinger

Ein Pep-Talk für Organisationsrebellen und die, die es werden wollen

Liebe Organisationsrebellen, macht euch folgendes bewusst: Ihr seid der Jungbrunnen eurer Unternehmen! Denn ihr ermöglicht den Wandel von innen heraus und öffnet die Menschen für konstruktive Kritik, ohne offene Flanken entstehen zu lassen. Ihr kennt die DNA eures Unternehmens und habt daher den Blick für die Bruchstellen. Behaltet dabei aber auch im Kopf: Wandel ist nicht immer die Lösung. Manchmal ist es auch die Rückbesinnung auf Stabilität und Tradition – eine Art Durchatmen, um neue Ideen reifen zu lassen. Zukunft passiert nicht ohne Herkunft. Um euer Organisationsrebellentum zu unterstützen, möchten wir euch die folgenden Ratschläge an die Hand geben:

  • Geht Veränderung ohne Sorge und Angst an – lebt sie vor und verbreitet den Innovationsvirus.
  • Fragt nicht um Erlaubnis, sondern bittet gegebenenfalls im Nachhinein um Verzeihung.
  • Stellt die richtigen Fragen – nur wer das tut, dringt zum Kern der Sache vor.
  • Seid Vorbild, hinterfragt den Status Quo auf eine Art und Weise, die andere dazu inspiriert, neu zu denken, indem ihr Chancen seht, statt Hindernisse aufzuzeigen.
  • Achtet auch auf die Akzeptanz von oben, denn Widerspruch alleine reicht nicht. Das heißt nicht, dass man euch folgen muss, aber ihr braucht Respekt. Ohne ihn seid ihr kein wirksamer Rebell.
  • Behaltet immer die Augenhöhe im Dialog mit Stakeholdern, unabhängig von deren Rolle und Status.
  • Und schlussendlich: Bildet Allianzen des Wandels!
Joachim Rotzinger
Joachim Rotzinger
Geschäftsführer Haufe Group

Joachim Rotzinger ist seit 2010 Geschäftsführer der Haufe-Lexware GmbH & Co. KG und seit 2012 Mitglied des Verwaltungsrats der Haufe-umantis AG.

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