Digitalisierung Aufbrecher

Der digitale Aufbruch ist (endlich) da

Corona hat diesem Jahr seinen Stempel aufgedrückt. Wir wollten besser verstehen, was die Pandemie für die Arbeitswelt bedeutet und haben unsere Umfrage „Wir nach Corona“ gestartet. Sie zeigt: Es geht besonders um Aufbruch in die Digitalisierung. Fünf Aufbrecher aus der Wirtschaft sagen, was das für sie bedeutet.

Bereit zum Losfliegen? Foto: Skitterphoto on Pexels.com
Bereit zum Losfliegen? Foto: Skitterphoto on Pexels.com

Digitalisierung ist der Schlüssel

Die Hoffnungen auf eine schnelle Normalisierung der Lage haben sich nicht erfüllt. Corona schickt unser Land und unsere Wirtschaft in einen zweiten Lockdown. Bestätigt hat sich dagegen, was unsere Befragung „Wir nach Corona“ bereits auf dem Höhepunkt der ersten Welle herausfand: Die Digitalisierung ist das wichtigste Handlungs- und Investitionsfeld für alle Unternehmen, die ihre Organisation fit für die Zukunft machen wollen.

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Digitalisierung ist der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit. Aber nur, wenn sich Strukturen und Organisation ebenfalls weiterentwickeln. 

Unsere Erhebung unter 1.600 Menschen aller Hierarchiestufen aus Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat zweifelsfrei gezeigt: Digitalisierung sorgt für Zuversicht. Zudem: Wer digitalisiert, treibt den Wandel hin zu mehr Eigen­verantwortung, Selbstorganisation, Entscheidungsbefugnissen von Teams und MitarbeiterInnen entschiedener voran als die, die das nicht tun.

Aufbruch hat viele Gesichter

Dieser Aufbruch hat viele Facetten. Mich treibt er schon lange um. Denn dass wir mit Herausforderungen unserer immer unberechenbareren und sich schnell verändernden Umwelt klarkommen müssen, zeichnet sich seit Jahren ab. Dieser Aufbruch bedeutet mehr, als allen Widrigkeiten zum Trotz zu neuen, oft unbekannten Ufern aufzubrechen. Er bedeutet auch, verkrustete Strukturen, lieb gewordene Routinen und manche schon lange nicht mehr funktionierenden Praktiken zu hinterfragen und, ja, aufzubrechen.

Fünf solcher Aufbrecher haben sich mit den Erkenntnissen unserer Studie auseinandergesetzt und uns geschildert, was dieser Aufbruch für sie bedeutet. Ihre kurzen Einschätzungen lesen Sie hier und in unserer Sonderauswertung „Wir nach Corona. Digitalisierungspotenziale heben“. Ausführlicher schildern diese Vorreiter und Vorbilder der Wirtschaft ihr Vorgehen, ihre Learnings und auch ihre Fehler in Einzelbeiträgen sukzessive auf diesem Portal.

Ich baue auf Menschen wie sie, wenn es darum geht, als Wirtschaft gut aus der Krise zu kommen und unsere Unternehmen zukunftsfest zu machen. Hier bringen sie auf den Punkt, worum es dabei aus ihren Augen geht.

Kerstin Hochmüller, Member of the Executive Board, Marantec Company Group

Kerstin Hochmüller
Kerstin Hochmüller

„Digitalisierung führt automatisch zur Transformation. Eine Transformation, die uns in die „neue Welt“ bringt und damit den Wandel gestaltet, den wir dringend benötigen. In der neuen Welt sind die Erfolgsfaktoren Selbstverantwortung, Flexibilität, Reflexion, Kollaboration und lebenslanges Lernen. Mit der Digitalisierung be­kommen wir beides, neue Geschäftsmodelle und neue Organisations-und Arbeitsstrukturen.“

Frank Klix, geschäftsführender Gesellschafter ViPUR Franchise GmbH, Mönchengladbach

Frank Klix
Frank Klix

„Die Gastronomie ist von Corona hart getroffen. Das zehrt an den Nerven, aber nicht an unserer Zuversicht. Wir haben in unserer Kette Organisations- und Arbeitsstrukturen konsequent digitalisiert – und können uns ganz den Kolleginnen und Kollegen in unseren Restaurants widmen. Denn die treiben das Geschäft und machen unsere Gäste glücklich.“

Oliver Sowa, Geschäftsleitung, Carl Beutlhauser Baumaschinen GmbH

Oliver Sowa
Oliver Sowa

„Die Digitalisierung ist keine technische Revolution, sondern ein sozialer Umbruch. Bei der Digitalisierung geht es im Kern um die Wiedereinführung des erwachsenen und selbstverantwortlichen Menschen im Unternehmen. Je digitaler die Welt, desto größer die Bedeutung von Resonanz – also Menschen, die zuhören, verstehen und denen man vertrauen kann.“

Markus Armbruster, Vice President IT & Digital, Hansgrohe SE

Markus Armbruster
Markus Armbruster

„Uns geht es bei der digitalen Transformation vor allem um einen ganzheitlichen Ansatz. Technologie ermöglicht dabei ein komplett neues Spektrum an Möglichkeiten. Den Mehrwert für unsere Kunden und uns schaffen wir jedoch nur durch eine moderne und digitale Haltung aller Kollegen. Corona hat dieser Entwicklung nochmals Rückenwind verliehen.“

Dr. Antje Kanngiesser, Member of the Executive Board, BKW AG

Dr. Antje Kanngiesser
Dr. Antje Kanngiesser

„Das Potential der Digitalisierung liegt in der Befähigung der Mitarbeitenden. Wertschöpfungsketten werden nicht digitalisiert – sie müssen sich konstant technologischen Möglichkeiten anpassen oder werden obsolet. Die Mitarbeitenden sind der Wertschöpfung am nächsten. Sie spielen die Hauptrolle in einer zukunftsweisenden Digitalisierung. "Empowerment drückt aus, worum es geht: Digitalisierungskompetenz gehört in die Hände der Mitarbeitenden. Wer ein Umfeld für Neugier, Ideen und Eigenverantwortung schafft, Digitalisierung nicht gleichsetzt mit Personalreduktion und in den vertrauenden Dialog tritt, bindet Talente und setzt neue Fähigkeiten und Energien im Unternehmen frei.“